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"Komm", sagte der kleine Tiger, "wir finden einen Schatz!"

„Ja, hallo erstmal. Ich weiß jetzt gar nicht, ob ihr’s schon wusstest, aber…“

Nachdem ich bereits längere Zeit auf einen allgemeinen Rundbrief verzichtet habe, möchte ich doch wieder ein Lebenszeichen von mir geben. Alarmierend wirkten dabei vor allem E-Mails mit ähnlichem Wortlaut („Ich habe keine Ahnung, was momentan bei dir passiert“) und schockierte Feststellungen („Wiiiie? Du bist gar nicht mehr in Costa Rica?“). Andererseits muss ich auch eingestehen diese Aufgabe vor mir her geschoben zu haben, denn die letzten erlebnisreichen Monate lassen sich nicht einfach so in ein paar Absätzen zusammenfassen, als dass ich mit dem Ergebnis zufrieden wäre. Dieser Text stellt somit nur einen groben Versuch dar und trägt vor allem den Hinweis, dass persönlicher Kontakt nach wie vor am aufschlussreichsten ist und im Regelfall auch eine Antwort garantiert.

Vielleicht sind die äußerlichen Fakten zunächst von größter Bedeutung. Nachdem ich das Weihnachtsfest noch mit meiner costaricanischen Gastfamilie und Freunden verbracht habe, bin ich am 27. Dezember über Texas nach Kalifornien geflogen. Dort sitze ich auch momentan irgendwo in Sacramento an einem Schreibtisch und versuche eine Erklärung für diesen befristeten Wechsel zu geben. Letztendlich nutze ich nur die langen Sommerferien, um weitere kulturelle Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln, denn in einiger Zeit muss ich wieder zurück nach Costa Rica in dieselbe Situation. Meine Gastfamilie erwartet mich bereits, weil ich im familiären Alltag doch irgendwie fehlen würde. Nur zu meiner Schule werde ich nicht zurückkehren und mich stattdessen (wie auch einige meiner Klassenkameraden) wahrscheinlich bei der Universität einschreiben. Ich hoffe damit auch andere Aspekte des Lebens dort kennen lernen zu können und freue mich bereits jetzt auf neue Herausforderungen (so interessant ich die Geschichte der lateinamerikanischen Länder auch gewesen sein mag).

Momentan genieße ich allerdings noch den „american way of life“, vor allem weil es hier tatsächlich Mineralwasser, Schwarzbrot, Käse und andere Kleinigkeiten, die ich seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen habe, gibt. Außerdem stelle ich manchmal überrascht, manchmal schockiert fest, wie viele Vorurteile tatsächlich doch zutreffen. Es sind viele kleine Beobachtungen, die ich alle versuche mir irgendwie zu bewahren und die ich eigentlich erzählenswert fände. Es ist die Art und Weise, wie Menschen einander begegnen, die mich besonders fasziniert. Überall gibt es andere Orientierungspunkte, die manchmal zur Verwirrung führen können. So hat mich z.B. mein amerikanischer Gastvater zu einem Geschäftsmeeting mitgenommen, an dem auch ein Hispanic teilnahm. Wir sprachen miteinander Spanisch und letztendlich kam der Verabschiedungszeitpunkt. Würde ich lateinamerikanisch sein, wäre es üblich gewesen mich zu umarmen, beim weißen Teil der Bevölkerung nimmt man davon eher Abstand. Letztendlich hat er sich für „a hug“ entschieden und damit meinen Gastvater sehr irritiert.

Ich bin wirklich glücklich diese zusätzlichen Erfahrungen gerade zu diesem Zeitpunkt auch noch mitnehmen zu dürfen. Vor allem trotz vieler Ausflüge nicht aus der Perspektive der Reisenden heraus, sondern doch irgendwie immer mit der Kultur verbunden. Egal ob es sich jetzt um Nicaragua, Panama oder einfach nur Washington und San Fransisco handelte. Ich habe letztens darüber nachgedacht, was mir die letzten Monate eigentlich gebracht haben. Natürlich war nicht immer alles einfach und schön und doch habe ich bereits jetzt viel für mich und mein weiteres Leben gelernt, auf das ich nicht verzichten möchte. Selbstverständlich heißt das nicht, dass ich mich nicht auf meine Rückkehr nach Deutschland freuen würde und darauf euch alle wieder zu sehen, ganz gewiss nicht, denn in meinem Herzen bin ich noch immer „Jenna“ (auch wenn darin neu gewonnene Freunde ebenfalls einen Platz gefunden haben).

Deshalb freue ich mich auch immer sehr über die lieben, teilweise sehr langen Rückmeldungen von „Zuhause“. Diese kleinen Dinge haben für mich bei so großer räumlicher Entfernung immer eine besondere Bedeutung.

Davon ausgehend bis hoffentlich bald

Jenna
8.2.07 11:55





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